Ein neu­er Inves­tor scheint für Con­dor gefun­den, das juris­ti­sche Nach­spiel der vor­an­ge­gan­ge­nen Kün­di­gungs­wel­le hat jedoch erst begon­nen. Anders als in eini­gen Medi­en­be­rich­ten dar­ge­stellt, bedarf es auch bei betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen in einer Insol­venz­si­tua­ti­on - so auch im so genann­ten Schutz­schirm­ver­fah­ren bei Con­dor - grund­sätz­lich einer Sozi­al­aus­wahl. Die­se kann pau­scha­liert durch einen Sozi­al­plan statt­fin­den, wobei die Kri­te­ri­en der Sozi­al­aus­wahl wie sonst auch Alter, Dau­er der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit und Unter­halts­ver­pflich­tun­gen sind. In der Regel wird dies durch ein Punk­te­sys­tem, das dann für alle Kün­di­gun­gen glei­cher­ma­ßen her­an­zu­zie­hen ist abge­bil­det. Eine betriebs­be­ding­te Kün­di­gung ist aller­dings auch in der Insol­venz unwirk­sam, wenn die Sozi­al­aus­wahl gar nicht oder unzu­tref­fend statt­ge­fun­den hat, weil z.B. das Punk­te­sys­tem gene­rell unrich­tig erstellt wor­den ist oder im Ein­zel­fall nicht rich­tig ange­wen­det wur­de. Wie die gro­ße Anzahl an Kün­di­gungs­schutz­kla­gen - nicht nur bei Con­dor, son­dern z.B. auch 2018 bei Air Ber­lin - zeigt, ist in einer sol­chen Situa­ti­on Vor­sicht gebo­ten und früh­zei­tig kom­pe­ten­te juris­ti­sche Beglei­tung rat­sam.